TRAILER
Die Tragödie der Tragödien
Am Mittag des 7. Oktobers 1944 bricht vor dem Krematorium III im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau eine Revolte aus. Mehrere Dutzend Häftlinge des jüdischen Sonderkommandos gehen mit selbst hergestellten Waffen und Steinen auf die SS-Offiziere los. Andere versuchen, die Krematorien mit selbstgebauten Granaten in Brand zu setzen. Die Männer des Sonderkommandos sind Geheimnisträger des grausamen Mordens der Nationalsozialisten und damit selbst zum Tode verurteilt. Alle diese Männer gehörten in Auschwitz Birkenau zu einer streng isolierten Arbeitsgruppe, zu der die SS vornehmlich junge starke jüdische Männer zwischen 25 und 35 rekrutierte. Sie mussten im Herzen der Todesfabrik arbeiten. Die Revolte am 7. Oktober 1944 ist der einzige bewaffnete Aufstand, der in Auschwitz jemals stattgefunden hat.
„Die Herstellung so einer Einheit ist das dämonischste Verbrechen Nazideutschlands. Juden zu zwingen, in einem Ort zu arbeiten, wo andere Juden selber ermordet werden! Man muss in Betracht nehmen, dass von Mai 1944 an täglich von 10.000 Minimum bis 20.000 Juden pro Tag an diesem Ort ermordet wurden. Und Juden müssen dabei sein. Nicht ermorden, aber mithelfen.
Das ist wirklich die Tragödie der Tragödien.“
Gideon Greif (israelischer Historiker)
INHALT
Der Mut dieser Menschen darf nie vergessen werden.
Am Mittag des 7. Oktober 1944 bricht vor dem Krematorium III im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau eine Revolte aus. Mehrere Dutzend Häftlinge gehen mit Waffen und Steinen auf die SS-Offiziere los. Andere versuchen, die Krematorien mit selbst gebauten Granaten in Brand zu setzen. Es ist der einzige bewaffnete Aufstand, der im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau stattgefunden hat. Dass so wenig über die Revolte bekannt ist, liegt auch daran, dass die Anführer des Aufstands zu dem so genannten Sonderkommando gehörten. Einem Sonderkommando, das die abscheulichste und grausamste Arbeit in Auschwitz zu verrichten hatte.
Es ist die Aufgabe des Sonderkommandos, die Menschen direkt nach ihrer Ankunft im Lager in die Umkleidekabinen zu führen, ihnen Haken für Ihre Kleidung zuzuweisen und sie zur Tür - vermeintlich zum Duschen, aber in Wahrheit zum Vergasungsraum - zu begleiten, später ihre Leichen abzutransportieren und die Gaskammer zu reinigen. Nachdem sich die Tür hinter den Nackten geschlossen hat, müssen die Leute vom Sonderkommando die Wertsachen aus den Mänteln fischen und die Koffer plündern. Nach dem Gas scheren sie den Toten die Haare, brechen die Goldzähne aus, um die Leichen dann in den Krematorien zu verbrennen! Wer sich weigert, werden sie getötet.
Für die SS sind die Männer vom Sonderkommando einerseits wichtige Hilfskräfte, andererseits als „Geheimnisträger“ unliebsame Zeugen des Massenmords. Deshalb ist immer klar, dass früher oder später das Sonderkommando von der SS liquidiert und durch andere Häftlinge ersetzt werden wird.
Der Film begleitet die Männer des Sonderkommandos bei ihrer furchtbaren Arbeit in den Gaskammern und Krematorien von Auschwitz-Birkenau. Er zeigt, wie sie die Opfer zur Gaskammer geleiten, wie sie in den Kleidern der Opfer nach Beute für die SS suchen, wie sie den Toten die Haare scheren, die Goldzähne ausbrechen und dann alle Leichen in den Öfen der Krematorien verbrennen. Wenn sie sich weigern, werden sie erschossen. „Aufstand in Auschwitz“ zeigt, wie die Männer des Sonderkommandos zu dem Entschluss kommen, einen bewaffneten Aufstand durchzuführen, möglichst viele SS-Männer zu töten und zu flüchten, um als Augenzeugen berichten zu können.
Die Männer des Sonderkommandos erzählen selbst von ihrer Arbeit, von ihrer Trauer und ihrem Entsetzen, all diese Dinge zu tun. Sie berichten uns von ihrer Vorbereitung des Aufstandes, den Plänen, die sie schmiedeten und den Kontakten, die sie knüpften, von ihrer ständigen Angst „aufzufliegen“. Die Interviews stammen aus den 1980er und 1990er Jahren. Zu Wort kommen auch Angehörige und Historikerinnen und Historiker aus Deutschland, Polen, Griechenland, Großbritannien, Israel und Italien.
Die cineastische Darstellung in Graphic-Novel-Ästhetik lassen auf Basis neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse Bilder für die so wichtige Erinnerung an diesen Schreckensort im kollektiven Gedächtnis entstehen und helfen, dieses düsterste Kapitel der neueren deutschen Geschichte nicht zu vergessen.
DIRECTORS NOTE
Gabi Schlag, Regisseurin
Der Film erzählt vor dem Hintergrund des größten Mordprojekts der Menschheit von den waghalsigen Taten der Häftlinge des Sonderkommandos, die in den größten Todesanlagen der Menschheit arbeiten und zusehen mussten, wie ihr eigenes Volk ausgerottet wird. Unter dauernder Lebensgefahr, nur angeleitet von dem Wunsch, Zeugnis abzulegen über das industrielle Morden und die Vernichtung in Auschwitz schoss der griechische Jude Alberto Errera die einzigen Fotos, die jemals von der Vernichtung und dem Verbrennen in Auschwitz gemacht worden sind, flohen Rudolf Vrba und Alfred Wetzler aus dem Lager, um die Welt darüber zu informieren, was in Auschwitz geschah, führten die Chronisten des Sonderkommandos Buch über alle Verbrechen, Transporte, Vergasungen und Hinrichtungen, damit es den Nationalsozialisten nicht gelingen würde, ihre monströsen Verbrechen zu vertuschen. Auch der Aufstand, den sie dann planten und durchführten, sollte diesem Ziel dienen. Für mich sind diese Männer des Sonderkommandos und die Frauen, die das Schwarzpulver aus der Munitionsfabrik geschmuggelt haben, Helden, die mit der Waffe in der Hand oder in ihren Schriften als Chronisten gegen ihre Unterdrücker kämpften und niemals aufgaben. Die Geschichte ihres Aufstandes wird zum ersten Mal dokumentarisch erzählt und sollte niemals in Vergessenheit geraten. Gerade in einer Zeit, wo es in Deutschland tatsächlich wieder gesichert rechtsradikale Parteien gibt.
Gabi Schlag, Berlin
PRODUCERS NOTE
Torsten Bönnhoff, Produzent
Gerade schließe ich ein Dokumentarfilmprojekt ab, das sich mit den tragischen Ereignissen in der jüdischen Gemeinschaft unter dem menschenverachtenden Regime der Nationalsozialisten befasst. In diesem Zusammenhang begegnete mir Gabi Schlag mit dem Thema „Der vergessenen Aufstands in Auschwitz“ – ein wenig beleuchteter Aspekt dieser schrecklichen Zeit, der jedoch ein weiteres Puzzlestück darstellt, um das Unbegreifliche zumindest ansatzweise zu erfassen. Viele Dokumentarfilme über diese Epoche haben sich meiner Meinung nach mittlerweile in eine Richtung entwickelt, die nicht mehr primär aufklärt, sondern eher ein eigenes Genre bedient. Allzu oft dominieren Bilder von heroischen Aufmärschen, Hakenkreuzfahnen, überlangen Mercedes-Cabriolets oder Panzern – eingebettet in eine Ästhetik, die unfreiwillig die Faszination des Bösen bedient. Selbst wenn das verursachte Leid thematisiert wird, bleibt es oft im Schatten der monumentalen Inszenierungen von Speer’scher Architektur. Deshalb ist es mir ein Anliegen, Filme zu produzieren, die einen anderen Weg einschlagen. Statt auf den „Look des Grauens“ zu setzen, möchte ich den Zugang über individuelle Schicksale und persönliche Geschichten schaffen. Nur so lässt sich ein tieferes Verständnis für das entwickeln, wozu Menschen fähig sein können – im Guten wie im Bösen. Wir riskieren, dass jüngere Generationen den Zugang zu diesem Teil der Geschichte verlieren, wenn sie ihn nur durch den „Rammstein-Look“ oder als reine Schultheorie mit schockierenden Bildern kennenlernen, ohne eine echte emotionale Verbindung zu den Schicksalen der Betroffenen herstellen zu können.
GRAPHIC NOVEL
Vincent Burmeister
Vincent Burmeister zeichnet Menschen, ihre Macken und Gefühle, ihren Stolz und ihre Mängel. Das Kunststudium hat er abgebrochen, um das Handwerk des Comic-Machens auf der Alligatorfarm in Hamburg zu erlernen. Seitdem ist er als freiberuflicher Comiczeichner und Illustrator tätig. Er lebt und arbeitet in Berlin.
BERATUNG
Andreas Kilian
Andreas Kilian ist Historiker und erforscht seit 1992 die Geschichte der jüdischen Sonderkommandos in Auschwitz-Birkenau. Er ist Autor oder Bearbeiter von inzwischen einhundert Veröffentlichungen zum Thema. Als wissenschaftlicher Berater des Films begleitet er die Erzählung durch präzise historische Einordnung: Vor Ort in Auschwitz-Birkenau zeigt er Schauplätze, erläutert Abläufe und hilft, die Perspektiven der Zeugen, Dokumente und Bilder im Kontext des Aufstands vom 7. Oktober 1944 zu verstehen.
CAST & CREW
Regie Gabi Schlag
Buch / Konzept Gabi Schlag, Andreas Kilian
Produzenten Torsten Bönnhoff, Jens Theo Müller, Gabi Schlag
Redaktion ZDF/ARTE Susanne Mertens
Graphic Novel Vincent Burmeister
Kamera Frank Peter Lehmann
Montage Marc Schlaefli, Robert Tomschke
Musik Avenár Bánföldi
Sounddesign & Mischung Michel Suchant
Grading Nele Schneider
Regieassistenz und Recherche Benno Wenz
Sprecherin Nora Charlotte Schulte
Produktionsleitung Ulrike Kukula
Dramaturgische Beratung / Creative Advisor Anahita Nazemi
Associate Producer Hermann Pölking
Herstellungsleitung Jens Theo Müller
Postproduktionsleitung Stephan Langnickel
Artwork & Design Sandra Hendel
Webdesign & Webentwicklung Jens Aderhold
TERMINE
1. Premierentermin: 03.05.2026, 18:45 - Luchs Kino - Halle (Saale)
17.05.2026, 12:30 - Luchs Kino - Halle (Saale)
18.05.2026, 19:00 - Luchs Kino - Halle (Saale)
24.05.2026, 17:30 - Luchs Kino - Halle (Saale)
IMPRESSUM
Anbieter / Diensteanbieter
digital images GmbH
Waisenhausring 9
06108 Halle (Saale), Deutschland
Telefon: +49 345 21 75-0
E-Mail: info@digim.de
Vertreten durch den Geschäftsführer: Torsten Bönnhoff
Handelsregister: Amtsgericht Stendal HRB 212632
Umsatzsteuer-Identifikationsnummer: DE202315594
Produktion
Dieser Film ist eine Produktion der digital images GmbH in Kooperation mit WTS WixedMedia (Gabi Schlag) und der Telefactory Weidt u. Müller GbR.
Verantwortlich für journalistisch-redaktionelle Inhalte (§ 18 Abs. 2 MStV)
Torsten Bönnhoff, Anschrift wie oben.
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